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Das sechst KapitelEs enthält den großen bäurischen Aufruhr, in welchem Dionys ein Capitan der Bauern geworden. Vermeinet er, es wär die Stund, die Herrschaft des gemeinen Mannes ufzurichten. Zählet sein Hauf
bald sechstausend. Wüteten die Bauern nit anders, als ob sie wären des Teufels Söldner. Wollt Franziskus darum die Grausamkeit der unsinnigen Bauern nit länger ertragen, zog als Drucker und Buchführer durch
die Lande, vertreibet der Wiedertäufer Schriften, aber auch des Dionys Traktätlein, wie die Herrschaft des gemeinen Mannes ufzurichten wär. Machet sich Dionys deshalb beim Adel verhaßt, Franziskus nit
minder. Sind beide in Gefahr ihres Leibs und Lebens geraten. War ihres Bleibens nit länger und machten sich von dannen.
Man zählet das Jahr 1523, als sich in deutschen Landen ein großer bäurischer
Aufruhr erhoben, dergleichen vorher nie gewesen. Der gemeine Mann stund uff, wollt frei sein, nit länger durch kein Obrigkeit bedränget und beschweret werden, weder Zins, Rent, Handlohn noch Zehnt geben und
das Evangelium auf lutherische Weis verkünden. Ist eine Bauernrott, genennet der schwarze Hauf, in des Pflug Dörfer eingefallen. War ein Pauken und Geschrei. Sprach der Führer des fremden Haufens,
welchen sie den schwarzen Eckart geheißen, das ganze deutsch, französisch, |
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welsch Land sei uffgestanden und hätten eine brüderliche Vereinigung und Verbündnis miteinander gemacht. Keinen Fürsten
wollten sie leben lassen, nit Grafen, Edelmann, Reisigen und was sonsten Sporen trage, desgleichen Pfaffen, Mönch noch andere Müßiggänger mehr. Den einen wollt er hängen, den andern rösten, die Vornehmsten
vierteilen, nachdem sie über die Klinge gesprungen. Dionys ist sogleich zu ihnen geritten, begehret die Herrschaft des gemeinen Mannes ufzurichten wider eine ungerechte Obrigkeit, sprang uf einen Heuwagen
und rief den Bauern zu: „Christus hat uns all mit seinem kostbarlichen Blutvergießen erlöset und erkauft, keinen ausgenommen. Darum erfind sich aus der Schrift, daß wir frei seien. Auf, wir wollen
die Herren sein. Wie lang wollt ihr’s noch ertragen, daß man sich über euch erhebet und euch ins Antlitz schlägt? |
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